Für Versorger und Gasinfrastrukturbetreiber bedeutet die Europäische Methanverordnung eine Herausforderung. Sie müssen ihre erdverlegten Leitungen nun deutlich häufiger als früher überprüfen, Gasaustritte quantifizieren und für eine jährliche Berichterstattung dokumentieren. Der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. – Technisch-wissenschaftlicher Verein (DVGW) hat die neuen Anforderungen im November 2025 in sein Regelwerk integriert und beschrieben, welche Messtechnik erlaubt ist (Merkblattreihe G 465-1 ff.). Genehmigt ist nun erstmals auch der Einsatz fahrzeuggestützter Systeme zur Lecksuche mittels Konzentrations- und Windmessung der Atmosphäre. Das heißt, die Prüffahrzeuge sind nicht mehr genötigt, direkt über der Erdleitung zu fahren, sondern sie können sich auch „off-track“ in deren Nähe bewegen, was viel mehr Flexibilität bedeutet. Gemäß dem aktualisierten DVGW-Regelwerk müssen die Systeme vor ihrer Zulassung zur Gasrohrnetzüberprüfung die Eignung in einem Test unter Beweis stellen.
Der Laser-Gas-Patroller LGP 900 von Sewerin ist ein System für die fahrzeuggestützte Gasrohrnetzüberprüfung einschließlich Windmessung. Den Allgemeinen Eignungstest, der belegt, dass der LGP 900 die Anforderungen des DVGW Merkblatts G 465-4-4 erfüllt, hat das System laut Abschlussbericht der DVGW-Forschungsstelle vom Juli 2026 mit sehr gutem Ergebnis bestanden. Der LGP 900 sucht mittels Lasertechnik systematisch nach austretendem Gas. Er detektiert Methan selektiv mit einer Auflösung von 0,01 ppm (10 ppb) und zeigt dieses als Gasindikation an. Die Verdachtsfläche wird präzise berechnet. Das gelingt durch die Auswertung der lokalen Windverhältnisse und des Einsatzes des globalen Navigationssatellitensystems (GNSS) mit inertialer Messsensorik und Echtzeit-Korrektursignalen. Die verlangte lückenlose Dokumentation gewährleistet die neue Softwaregeneration SeCuRi® SAT 7 vollautomatisch und rechtssicher, wobei die Daten jederzeit beim Anwender bleiben.
Der Eignungstest
Zuständig für die Entwicklung und Durchführung des Allgemeinen Eignungstests war die DVGW-Forschungsstelle am Engler-Bunte-Institut (Karlsruhe) in Zusammenarbeit mit Open Grid Europe (OGE). Die fahrzeuggestützten Systeme zur Lecksuche mussten über mehrere Tage Messfahrten auf einem Testfeld sowie Praxistests im Stadtgebiet von Regensburg bei unterschiedlichen atmosphärischen Bedingungen absolvieren. Eine Zulassung erlangte nur, wer jeweils mindestens 90 Prozent der Gasfreisetzungen detektierte. Die Eignung nach G 465-4-4 (Konzentrations- und Windmessung) haben dabei vier von sechs getesteten fahrzeuggestützten Messsystemen nachgewiesen.






